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Guten Tag,
freuen Sie sich auch auf die kommende Gartenzeit? Endlich wieder gärtnern, umtopfen, Rosen schneiden und zur Not Schnecken jagen. Der erste Mai dient dabei vielen als Startschuss. Und in Großbritannien läutete an diesem Tag eine der skurrilsten Traditionen der Insel den Frühling ein: Das Obby Oss Festival in Padstow, Cornwall, ist zwar in diesem Jahr schon vorüber, aber es ist so schön, dass es unbedingt Erwähnung finden sollte. Man nimmt an, dass das Spektakel seinen Ursprung in heidnischen Fruchtbarkeitsriten an Beltane hat, dem keltischen Beginn des Sommers. Jedes Jahr werden Padstows enge Gassen mit Blumen und Fahnen geschmückt. Außerdem wird ein Maibaum aufgestellt. Zwei Gruppen von Tänzerinnen und Tänzern ziehen begleitet von Trommeln, Triangeln und Akkordeonmusik durch die Stadt. In jeder Tanzgruppe gibt es ein sogenanntes "Pferd" – einen Menschen in einem Kostüm mit furchteinflößender Maske. Die beiden Hauptfiguren werden "Old Oss" und "Blue Ribbon Oss" genannt. Angeführt werden sie von einem sogenannten "Teaser" und begleitet von Menschenmengen in Weiß mit roten und blauen Schärpen. Dazu kommen kleine Ossen, die von Kindern gesteuert werden. Die beiden großen Ossen tun so, als wollten sie Jungfrauen in der Menge fangen. Dieses seltsame Schauspiel dauert den ganzen Tag. Und um Mitternacht kommen alle zusammen, um Padstows "May Song" zu singen. Die Atmosphäre ist wild, fröhlich und ein bisschen chaotisch – genau wie das britische Wetter im Mai.
In diesem Sinne: Genießen Sie den Frühling – ob mit einem Tanz oder mit Grabegabel und einer Tasse Tee im Garten.
Es grüßt Sie herzlich
Heike Fries
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Eine lange Geschichte: St. Albans Cathedral in Hertfordshire
Dieses architektonische Juwel liegt nur eine kurze Reise von London entfernt. Die unterschiedlichen Baustile vom normannischen Turm bis zum gotischen Kirchenschiff spiegeln die bewegte Vergangenheit der Kathedrale wider. Innen besticht sie mit spektakulärer Baukunst und dem längsten Kirchenschiff Englands. Von geschnitzten Wandtafeln und mittelalterlichen Wandmalereien bis hin zu den modernen Skulpturen ist die Kathedrale ein lebendiges Zeugnis einer über tausendjährigen Geschichte. Und noch eine Besonderheit hat sie zu bieten, denn hier werden länger als an jedem anderen Ort in Großbritannien durchgehend Gottesdienste gefeiert – seit über 1700 Jahren.
Dieses Video nimmt Sie virtuell mit zur Kathedrale.
Windgepeitschtes Moor: Brontë Country in Yorkshire
Wenn Sie "Wuthering Heights" von Emily Brontë gelesen haben, dann kennen Sie die sturmumtosten Moore, die diese Region prägen. Denn die Schriftstellerin ließ sich von der Landschaft ihrer Heimat inspirieren. Das Gebiet der südlichen Pennine-Hügel in West Yorkshire reicht von Haworth, wo die Brontë Schwestern lebten und in dem sich heute das Brontë Parsonage Museum befindet, bis hin zum verlassenen Bauernhof Top Withens, der ebenfalls Inspiration für "Wuthering Heights" gewesen sein soll. Das herrschaftliche Ponden Hall außerhalb von Stanbury gilt als Vorbild für Thrushcross Grange in "Wuthering Heights" und das Herrenhaus in "The Tenant of Wildfell Hall".
In diesem Video können Sie die Landschaft virtuell erkunden.
Wie aus dem Bilderbuch: Amberley in Sussex
Amberley ist ein wahr gewordener Traum für alle England-Fans. Denn dieses zauberhafte Örtchen am Fuß der South Downs in Sussex versprüht englische Idylle im Überfluss. Bei einem Spaziergang können Sie knapp 70 denkmalgeschützte Gebäude bestaunen, darunter viele reetgedeckte Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert. Am Ende der Church Street liegt ein kleiner Ententeich – unmittelbar an der Dorfkirche, die über 900 Jahre alt ist. Gleich dahinter finden Sie Amberley Castle, dessen Teile bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Das entzückende Dorf schmiegt sich die sanften Hügel der Umgebung und schenkt allen, die hindurchschlendern, eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit.
Dieses Video nimmt Sie auf einen Rundgang mit.
Leuchtende Sterne: Galloway Forest Park in Schottland
Die raue schottische Natur ist eine wahre Augenweide. Und auch der Nachthimmel darüber hat das Zeug dazu, den Atem stocken zu lassen – vor Verzückung versteht sich. Denn der Galloway Forest Park verspricht neben traumhafter Landschaft auch ein Abenteuer der besonderen Art. Hier gibt es etwas, das man nur noch an wenigen Orten der Erde findet: vollkommene Dunkelheit. Der sogenannte Dark Sky Park bietet einen geradezu spektakulären Blick auf den Sternenhimmel. Bei Tageslicht locken ausgedehnte Wanderwege wie der Southern Upland Way, der durch das tiefe Tal Glen Trool führt. Und am Clatteringshaws Loch können Sie mit etwas Glück Seeadler in freier Wildbahn beobachten.
Dieses Video gibt Ihnen einen Einblick in den Galloway Forest Park.
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Kultur-Tour |
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Lincolnshire Wolds Outdoor Festival
Die sanften Landschaften der Lincolnshire Wolds sind zu jeder Jahreszeit sehenswert. Doch im Frühjahr bringt dieses Festival eine extra Portion Leben in die Wiesen und Felder. Denn es feiert alles, was die Wolds so besonders macht: offene Landschaften, Gastfreundschaft und die Freude daran, draußen zu sein. Das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm soll auch mehr Menschen dazu inspirieren, die Natur zu erkunden. Von Wandern, Segeln oder Radfahren bis hin zu Yoga, Imkerei und – ganz ungewöhnlich – Weinbergstouren lockt eine große Bandbreite an Outdoor-Aktivitäten auch Frischluftmuffel nach draußen.
Das Festival findet vom 16. bis 31. Mai statt.
Winston Churchill: The Painter in der Wallace-Collection, London
Diese Ausstellung zeigt eine ungewöhnliche Seite des berühmten Staatsmanns. Denn Winston Churchill war begeisterter Maler. Er malte sein ganzes Leben lang, besonders intensiv ab den 1920er-Jahren, oft als Ausgleich zu den politischen Turbulenzen seiner Zeit. Besonders faszinierend sind seine Bilder aus Marrakesch, wo er sich von den Farben und dem Licht Nordafrikas inspirieren ließ. Zu sehen sind außerdem seine Malutensilien, Skizzenbücher und persönliche Briefe, die Einblick in seine künstlerische Leidenschaft geben. Ein Muss für alle, die Churchill jenseits der Politik entdecken möchten.
Die Bilder sind vom 23. Mai bis 29. November zu sehen.
Henry Moore: Monumental Nature in Kew Gardens
Die Royal Botanic Gardens in Kew sind ein wahres Paradies für alle, die Gärten lieben, und neuerdings auch ein Ort für moderne Kunst. Diese Ausstellung bringt die ikonischen Bronzeskulpturen aus über sechzig Schaffensjahren des Künstlers in die Gärten. Henry Moores organische, oft abstrakte Werke erscheinen inmitten der Gewächshäuser, Teiche und alten Bäume besonders lebendig. Die Skulpturen sind so platziert, dass sie mit den Pflanzen und der Architektur der Gärten interagieren und schaffen so eine einzigartige Symbiose zwischen Kunst und Natur.
Die Ausstellung läuft vom 9. Mai 2026 bis 31. Januar 2027.
In Other Worlds: Liam Young with Collaborators at the Barbican Centre
Machen Sie mit dieser futuristischen Ausstellung einen Abstecher in die Zukunft. Zusammen mit einem internationalen Team von Designern, Wissenschaftlern und Filmemachern erkundet Liam Young alternative Realitäten und was kommen könnte. Zu sehen sind immersive Installationen, virtuelle Landschaften und spekulative Designs, die Fragen zu Technologie, Ökologie und menschlicher Existenz aufwerfen. Außerdem hat der Film "World Machine" Weltpremiere, der aus realen Aufnahmen und digitalen Effekten eine KI-Zukunft entwirft, in der die gesamte Erdoberfläche als Schaltkreis genutzt wird. All diese Eindrücke laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Grenzen ihrer Vorstellungskraft zu erweitern und die Chancen und Gefahren der Zukunft zu reflektieren.
Vom 21. Mai bis 6. September öffnet das Barbican Centre die Tür zu anderen Welten.
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Fürs Heimkino |
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In der Arte-Mediathek:
Ashes to Ashes
Die spannende Zeitreise geht in die zweite Runde: Polizistin Alex Drake aus dem Jahr 2008 landete in Staffel eins unverhofft im neonfarbenen London von 1981 – inmitten der Thatcher-Ära und rauer Polizeiarbeit. Ein Jahr später steckt sie noch immer fest. Viele Erinnerungen an die Gegenwart und vor allem an ihre Tochter verblassen zunehmend. Doch ein toter Polizist in Damenunterwäsche in einem Stripclub in Soho verlangt nach Aufklärung. Während Chef Gene Hunt die Ehefrau verdächtigt, wittert Alex einen Korruptionsskandal bei der Polizei. Und dann tauchen mysteriöse Nachrichten auf Hunts Computer auf – Nachrichten über ihren Gesundheitszustand in der Gegenwart. Denn Alex liegt im Jahr 2009 noch immer im Koma.
Die zweite Staffel steht in der arte-Mediathek bereit.
Bei Amazon:
Finding Harmony
Näher kommt man dem englischen Monarchen selten: Die Dokumentation "Finding Harmony: A King's Vision" bietet einen intimen Einblick in das Leben von King Charles III. und verdeutlicht seine Leidenschaft für die Natur. Der Film zeigt den König als Umweltaktivisten, der sich seit Jahrzehnten für Nachhaltigkeit, ökologische Landwirtschaft und den Schutz der Natur einsetzt. Mit bisher unveröffentlichtem Material und persönlichen Interviews wird sein Engagement für eine harmonischere Beziehung zwischen Mensch und Umwelt greifbar. Diese Doku können Sie auf Amazon streamen.
Bei Netflix:
Legends
Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten beim Zoll und plötzlich sollen Sie Undercover im gefährlichen Drogenmilieu ermitteln. Genau das passiert in dieser Serie einer Gruppe ganz normaler Männer und Frauen, die in den Neunzigern in einer geheimen Operation den illegalen Drogenhandel bekämpfen sollen – mit minimaler Zusatzausbildung und neuer Identität. Kaum zu glauben, aber diese Vorgehensweise gab es wirklich, als Anfang der 90er-Jahre der Kampf gegen den Schmuggel an Großbritanniens Grenzen verloren schien.
Auf Netflix können Sie mitfiebern, ob die Zollbeamtinnen und -beamten im gefährlichen Milieu bestehen.
Im Stream:
Peaky Blinders – Immortal Man
Wenn Sie die Serie Peaky Blinders lieben, finden Sie hier einen standesgemäßen Abschluss der Handlung. Während der Zweite Weltkrieg Europa in den Abgrund reißt, kehrt Tommy Shelby aus seinem selbst gewählten Exil zurück. Schon bald sieht er sich mit einer Bedrohung ungeahnten Ausmaßes konfrontiert. Und erneut muss er sich mit tiefsitzenden Dämonen seiner Vergangenheit stellen, denn die Zukunft der gesamten Shelby-Familie steht auf dem Spiel. Dabei muss er abwägen, ob er alles riskiert, um die Peaky Blinders zu retten, oder ob er sein gesamtes Vermächtnis opfert, um endlich Frieden zu finden.
Der Film steht auf Netflix bereit.
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TV-Tipps |
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Aktuelles |
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Poesie für die Natur
Was verbindet einen Dichter mit einem Zoo? In Großbritannien offenbar mehr, als man denkt. Die Zoological Society of London ist Betreiberin des London Zoo und feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat der amtierende Poet Laureate Simon Armitage das Gedicht "The Moon and the Zoo" verfasst, das Lyrik und Artenschutz auf ungewöhnliche Weise miteinander verbindet. Der London Zoo wurde 1828 als erster wissenschaftlicher Zoo der Welt gegründet und leistete früh Pionierarbeit in der Tierforschung. Bis heute setzt sich die ZSL weltweit für den Erhalt bedrohter Tiere und Lebensräume ein, von der Rettung der Sumatratiger bis zum Schutz der Meere. Simon Armitages Gedicht greift diese Tradition auf und verbindet lyrische Schönheit mit ökologischem Appell. Die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr umfassen neben der Gedichtlesung auch Sonderführungen, Ausstellungen und Bildungsprogramme, die die Bedeutung von Zoos als Arche Noah des 21. Jahrhunderts in den Mittelpunkt stellen. Wer den Zoo besucht, kann deshalb neben den Tieren auch Spannendes über globale Artenschutzprojekte entdecken.
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Lesestoff |
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J. C. Masterman: Die Oxford-Tragödie
Mögen Sie klassische Whodunits? Dann ist dieser Roman aus den 1930ern genau das Richtige für Sie. Bei einem festlichen Dinner in einem Oxforder College liegt plötzlich ein Kollege erschossen in einem der Büros. Der Fall erschüttert das Kollegium. Zu allem Übel kommt Inspector Cotter mit dem Fall nicht voran. Kurzerhand übernehmen der Wiener Anwalt und Amateurdetektiv Ernst Brendel und der zurückhaltende Dozent Francis Wheatley Winn die Ermittlungen. Sie durchkämmen das College und decken dabei auch heimliche Liebschaften, berufliche Rivalitäten und geheime Forschungsambitionen auf. So entwirren sie Schritt für Schritt ein Netz aus Intrigen, bis die überraschende Auflösung die wahren Motive offenbart.
Den Roman finden Sie in unserem Shop – solange der Vorrat reicht!
Royal Horticultural Society: Die neue Gartenschule
Gartenträume leicht gemacht: Dieses umfassende Standardwerk der Royal Horticultural Society im Großformat lässt Gartenherzen höherschlagen. Über 2.000 Fotos und ein Pflanzenkatalog mit 500 Arten bieten Orientierung. Praxisorientiert und anschaulich führt das Buch von Werkzeugwahl und Gartenplanung bis zur Ernte durch das Gartenjahr – mit moderner Gartenschule, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Empfehlungen für ökologisches Gärtnern. Kurzum: Ein unentbehrlicher Ratgeber mit Tipps aus bester Quelle von den Gartenexperten der RHS.
Das Standardwerk der Royal Horticultural Society ist in unserem Shop zu finden (solange der Vorrat reicht).
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Sprachecke: How to Talk Gardens Like a Brit – Vokabeln für perfekte Gartenplaudereien |
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Kein Volk liebt seinen Garten so innig wie die Briten. Wer also wirklich britisches Englisch verstehen möchte, kommt am Thema Gärtnern nicht vorbei. Ob beim Small Talk an der Bushaltestelle, beim Tee mit Nachbarn oder beim sonntäglichen Spaziergang durch den Park – Gartenarbeit ist eines der Themen, die jeden zum Experten macht. Doch Vorsicht: Wer hier falsche Töne trifft, riskiert, als "a bit clueless" (etwas ahnungslos) dazustehen. Lassen Sie uns deshalb in das Gartenvokabular eintauchen, sodass Sie souverän ein Pläuschchen am Gartenzaun halten können.
Ein Gespräch am Gartentor
Mrs Pemberton öffnet ihrem Nachbarn die Gartentür. Er schaut sich staunend um und sagt: "Blimey, your garden's come on a treat this year, Margaret!" (Donnerwetter, dein Garten hat sich dieses Jahr prächtig entwickelt, Margaret!) Sie antwortet: "Oh, it's been a proper labour of love. The borders were an absolute mess after that frost." (Oh, es war wirklich eine Herzensangelegenheit. Die Rabatten waren nach dem Frost ein absolutes Chaos.) Er nickt: "The rain's been a blessing for the roses, hasn't it?" (Der Regen war ein Segen für die Rosen, oder?) Sie seufzt: "Oh, absolutely! Though my poor lavender's looking a bit sorry for itself." (Oh, absolut! Allerdings sieht mein armer Lavendel etwas mitgenommen aus.)
Zwei Ausdrücke fallen hier sofort auf: "come on a treat" bedeutet "sich prächtig entwickeln" – ein typisch britisches Lob, das man auch über Kinder oder Pläne sagen kann. Und "a labour of love" – wörtlich eine Arbeit aus Liebe – bezeichnet eine mühevolle Tätigkeit, die man aus reiner Leidenschaft macht – also wie gemacht für das Gärtnern.
Ein Sonntagnachmittag im Garten – mit Ackerwinde und Tee
Mr Hartley sitzt erschöpft auf einer Gartenbank. Seine Frau kommt mit zwei Tassen Tee und sagt: "You've been at it since eight o'clock. That's enough for one day." (Du machst das schon seit acht Uhr morgens. Das reicht für heute.) Er antwortet: "I just want to get the weeding done before the rain sets in." (Ich möchte nur das Jäten fertigstellen, bevor es zu regnen anfängt.) Sie erwidert: "According to the forecast it's going to be overcast all week. You may as well call it a day." (Laut Vorhersage soll es die ganze Woche bewölkt sein. Du kannst genauso gut Feierabend machen.) Er brummt: "Right. But those bindweed runners won't pull themselves, will they?" (Stimmt schon. Aber die Ausläufer der Ackerwinde werden sich nicht selbst herausziehen, oder?) Und hier ist schon ein Erzfeind der britischen Garten-Fans: "bindweed" ist die Ackerwinde, jene unausrottbare Kletterpflanze, vor der selbst erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner kapitulieren. Noch schlimmer sind eigentlich nur Schnecken und andere gefräßige Gäste, die so manchem Gartenherz den letzten Nerv rauben.
Und deshalb ist klar: Kein Gartengespräch ist komplett ohne leidenschaftliches Fachsimpeln über Schädlinge. Eine fragt: "I've tried everything – beer traps, copper tape – but the slugs still get my hostas." (Ich habe alles versucht – Bierfallen, Kupferband – aber die Schnecken fressen trotzdem meine Funkien.) Die andere antwortet: "Have you tried nematodes? Worked a treat for me last year." (Hast du schon Nematoden probiert? Hat bei mir letztes Jahr wunderbar funktioniert).
Ein Gespräch über verhätschelte Pflanzen
Zwei Nachbarinnen unterhalten sich durch den Gartenzaun. Die eine sagt: "Your hydrangeas are absolutely stunning this year, Gillian. Mine have barely put on any growth." (Deine Hortensien sind dieses Jahr absolut atemberaubend, Gillian. Meine haben kaum zugelegt.) Gillian antwortet bescheiden: "Oh, I just chop them back hard in spring and give them a good feed. They seem to thrive on a bit of tough love." (Ach, ich schneide sie im Frühling kräftig zurück und dünge sie gut. Sie scheinen es zu mögen, wenn man nicht zimperlich mit ihnen ist.) Die Nachbarin seufzt: "Maybe that's where I've been going wrong. I've been mollycoddling them." (Vielleicht liegt es daran. Ich habe sie zu sehr verhätschelt.)
"Mollycoddle" heißt verhätscheln, übermäßig schützen. Ein wunderbares Wort also für alle, die es mit ihrem Garten manchmal zu gut meinen.
Typisch britisch: The Chelsea Flower Show und Allotments
Wer gärtnert, braucht Inspiration und setzt gerne einmal neue Trends um. Die Chelsea Flower Show ist das Highlight der britischen Gartensaison. Selbst wer nie dort war, hat eine Meinung dazu – am besten zu den aktuellen Trend-Themen "rewilding" (Renaturierung), "drought-resistant plants" (trockentolerante Pflanzen) oder "vertical gardens" (Vertikalgärten).
Wohl denjenigen, die einen eigenen Garten haben, doch auch Stadtbewohnerinnen und Bewohner müssen sich nicht auf ein paar Blumentöpfe auf dem Balkon reduzieren. Denn es gibt ja Allotments. So nennt man die britische Version unserer Kleingärten. Das sind im Unterschied zwar reine Nutzgärten, aber sie sind ähnlich durchorganisiert. Für viele Britinnen und Briten sind sie geradezu ein Lebensgefühl. Und wer einen übernimmt, darf getrost sagen: "It's a right jungle at the moment!" (Im Moment ist es ein richtiger Dschungel!) Das klingt authentisch und eröffnet endlose Gesprächsmöglichkeiten über Tauben, Kompost und den unvermeidlichen "allotment committee" (Kleingartenverein).
Zum Schluss noch einmal die wichtigsten Gartenvokabeln im Überblick
- the border – die Rabatte; bepflanztes Beet entlang des Rasens oder einer Mauer
- the lawn – der Rasen; in Großbritannien nahezu heilig
- the allotment – der Schrebergarten; gepachtetes Land, meist für Gemüse
- the greenhouse – das Gewächshaus
- the potting shed – der Gartenschuppen; Arbeitsraum zum Einpflanzen und Anzüchten von Pflanzen
- the compost heap – der Komposthaufen
- the trellis – das Spalier; für Kletterpflanzen wie Rosen oder Clematis
- the cold frame – der Frühbeetkasten
- to deadhead – verblühte Blüten entfernen
- to mulch – mulchen; Rinde oder Kompost um Pflanzen streuen
- to prick out – pikieren; Sämlinge umsetzen
- to stake – abstützen, anbinden
- to thin out – ausdünnen; Sämlinge vereinzeln
- to overwinter – überwintern
- slugs – Schnecken
- aphids – Blattläuse
- bindweed – Ackerwinde
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Rezept des Monats: Seed Cake |
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Haben Sie Lust auf ein kleines Experiment? Seed Cake ist ein traditioneller Kuchen, der weit in die britische Geschichte zurückreicht. Er war in der viktorianischen Zeit enorm beliebt, und ein gutes Seed-Cake-Rezept gehörte zum Repertoire jeder viktorianischen Küche. Irgendwann geriet er jedoch aus der Mode und ist so gut wie in Vergessenheit geraten. Vielleicht liegt das an einer ungewöhnlichen Zutat: Die "Seeds" im Seed Cake sind Kümmelsamen, ein Geschmack, der vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert in ganz Großbritannien populär war. Mit diesem Rezept können Sie ihn neu entdecken. Und das lohnt sich, denn der Kuchen ist ungewohnt, aber dennoch sehr lecker und passt perfekt zum Nachmittagstee.
Zutaten
- 220g Weizenmehl
- 160 g Butter
- 150 g Zucker
- 2 EL geschmacksneutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl oder Rapsöl)
- 3 große Eier
- 2 1/2 TL Backpulver
- 1/4 TL Salz
- 2 EL Milch
- Abrieb einer Bio-Zitrone
- 2 TL reiner Vanilleextrakt
- 2 TL Kümmelsamen
Zubereitung:
Für eine Kastenform mit ca. 24 × 12 cm.
Den Backofen zunächst auf 180 °C vorheizen. Dann Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel vermischen und beiseitestellen. In einer weiteren großen Rührschüssel Butter und Zucker cremig schlagen, bis die Masse hell und fluffig ist. Das Öl zugeben und weiterrühren. Die Eier einzeln zugeben und gut untermixen. Dann den Zitronenabrieb und Vanilleextrakt einrühren. Die Mehlmischung hinzugeben und so lange rühren, bis alles gerade verbunden ist. Milch zufügen und kurz verrühren. Sollte der Teig zu trocken sein, noch etwas mehr Milch dazugeben. Doch Vorsicht: Nicht zu stark rühren, damit der Kuchen später luftig wird. Am Schluss die Kümmelsamen unterheben. Die Masse in eine gefettete Kastenform füllen und die Oberfläche mit dem Löffelrücken glattstreichen. Auf mittlerer Schiene 45 bis 55 Minuten backen. Mit einem Zahnstocher testen, ob der Kuchen fertig ist. Wenn noch Teig daran klebt, einfach ein paar Minuten weiterbacken. Den fertigen Kuchen aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten in der Form ruhen lassen. Dann aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.
Guten Appetit!
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Zu guter Letzt: Was Mrs. Beeton dazu sagen würde |
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"Mrs Beeton's Book of Household Management" erschien 1861, ist knapp 1.000 Seiten stark und heute ein echter Klassiker. Geschrieben hatte es Isabella Mayson, die 1857 den Verleger Samuel Beeton heiratete und kurz darauf begann, Artikel über Kochen und Haushaltsführung für seine Publikationen zu schreiben. Der Erfolg war phänomenal, denn schon im ersten Jahr verkauften sich 60.000 Stück. Das Buch enthielt Rezepte und Ratschläge zu Kindererziehung, Etikette, dem Empfang von Gästen und dem Umgang mit Hauspersonal. Es war das erste Kochbuch, das Rezepte in dem übersichtlichen Format präsentierte, das wir bis heute kennen: Zutaten zuerst, dann die Zubereitung. Das war damals eine kleine Revolution auf dem Papier – und machte den Speiseplan vieler Menschen abwechslungsreicher. Was Mrs Beeton so unwiderstehlich macht, ist aber auch ihre Sprache, die kühl, präzise, leicht belehrend, aber nie unfreundlich daherkommt. Sie schreibt über das Kochen von Eiern mit derselben Ernsthaftigkeit wie über die Führung eines Haushalts mit zwölf Angestellten. Über die ideale Hausfrau heißt es bei ihr: "She ought always to remember that she is the first and the last, the Alpha and the Omega in the government of her establishment." (Sie sollte sich stets daran erinnern, dass sie die Erste und die Letzte, das Alpha und das Omega in der Leitung ihres Hauses ist.) Die Hausfrau also als Regentin ihres kleinen Reichs. Man spürt, wie ernst das gemeint ist.
Mrs Beeton kannte auch bei den Gerichten keine halben Sachen. Ihr Rezept für Hasensuppe beginnt mit den Worten: "Skin, paunch, and wash the hare..." – man häute, nehme aus und wasche den Hasen. Wer kochen will, muss schließlich wissen, woher das Essen kommt. Die Autorin entlehnte großzügig aus anderen Kochbüchern der Zeit. Aber die Anziehungskraft des Buches lag weniger in der Originalität der Rezepte als in ihrer Zusammenstellung, Darreichung und dem unverwechselbaren Ton, der alles zusammenhielt. Besonders köstlich ist Mrs Beetons Rubrik zum gesellschaftlichen Umgang. Über Pünktlichkeit schreibt sie mit einer Strenge, die man sich heute kaum vorstellen kann: Ein Gast, der zu spät erscheint, ist nicht unhöflich, er ist schlicht undenkbar. Das Vorwort des Buches beginnt übrigens mit einem Satz, der so gar nicht nach unerschütterlicher Autorität klingt: "I must frankly own, that if I had known, beforehand, that this book would have cost me the labour which it has, I should never have been courageous enough to commence it." (Ich muss offen zugeben, dass ich, wenn ich vorher gewusst hätte, dass mich dieses Buch so viel Arbeit kosten würde, niemals den Mut gehabt hätte, es zu beginnen.) Eine Frau, die mit Selbstzweifeln beginnt – und trotzdem das meistverkaufte britische Kochbuch aller Zeiten schreibt. Typisch britisch: das Understatement kommt zuerst, die Leistung danach. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert galt "Mrs Beeton" als die ultimative Autorität in allen Haushaltsfragen. Hausfrauen in ganz Großbritannien schworen auf ihre Ratschläge. Selbst Königin Victoria soll ein Exemplar besessen haben. Das Buch wurde zur Bibel der Haushaltsführung – und Isabella Beeton zur legendären, allgegenwärtigen "Tante", die immer wusste, wie man Dinge richtig machte. Und hier liegt vielleicht das spannendste Detail des ganzen Phänomens: Der Ton des Buches vermittelt das Bild einer erfahrenen viktorianischen Matrone, die auf Jahrzehnte gelebter Haushaltsweisheit zurückblickt. Man denkt an eine Frau mit grauem Haar, strenger Miene und einer Meinung zu allem. In Wirklichkeit war Isabella Beeton 21 Jahre alt, als sie anfing, ihr Lebenswerk zu schreiben. 23, als es erschien. Und schon mit 28 starb sie im Kindbett. Sie hatte vier Kinder, führte aber nie einen Haushalt mit zwölf Angestellten. Als das Buch erschien, hatte sie gerade einmal ein paar Jahre Ehe hinter sich. Diese Diskrepanz zwischen der gefühlten Autorität des Textes und dem tatsächlichen Alter seiner Verfasserin ist wirklich verblüffend. Vom Vorkochen hielt sie nichts – und Fertiggerichten dürfte sie heute wohl wenig abgewinnen. Ihr Urteil wäre wohl eindeutig ausgefallen: "A ready meal? Good heavens." Denn Sparsamkeit und Eigenverantwortung in der Küche waren ihr heilig. "Waste not, want not" (etwa: Wer sparsam ist, kommt gut über die Runden) war ein weiteres ihrer Leitmotive. Somit ist klar, was sie vom heutigen Überangebot wohl halten würde.
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